Dr. Bekheet Der Tierarzt und die Menschen   Deutsch    Francais   English   Arabisch
 
 
Geschichten von    Dr. Bekheet
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Zwei Jahre später
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Dr. Bekheet

 

Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht mit orientalischem Büfett

Samstag, 28.05.2016

 

 

 Die Hexe und der Elefant

Der Tierarzt und die Menschen

 

ISBN: 3-9808914-0-2

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Die perfekte Hexe


„Ja, mein Herr“, beginnt die Hexe. Ich hätte da eine perfekte Geschichte. Ich werde euch die Geschichte von meinem ersten Exmann erzählen, mit dem ich zwei Kinder in die Welt gesetzt habe. Sie ist eine vollkommene Geschichte mit einer großen Show voller Lügen, Betrug und Diebstahl. Ach, ich habe einfach alles mit ihm gemacht.

Ich habe ihn ausgebeutet. Er ist eines meiner größten Opfer. Alle Leute glaubten meine Lügen, die ich verbreitet habe. Sie glauben sogar bis zum heutigen Tag, ich sei das Opfer und er der Täter. Ist das nicht wunderbar?“

„Das ist vorbildlich, perfekt, einfach lobenswert! Erzähl uns mehr, damit die anderen Hexen von dir lernen können“ spricht der Teufel.

„Ja, mein Herr. Vor 28 Jahren bin ich in einem fernen abgelegenem Dorf geboren worden. Als ich heranwuchs zu einer schönen jungen Frau, entschloss ich mich, das Dorf zu verlassen und die weite Welt zu erkunden. So kam ich zu der besagten Stadt, in der ich meinen Exmann traf. Damals besaß ich nichts außer einem Fahrrad. Dieser Mann war mächtig und attraktiv. Aber seine Mutter verwaltete das große Geschäft. Sofort, als ich ihn sah, beschloss ich, dass das alles einst mir gehören sollte.

Schon heckte ich einen Plan aus, wie ich ihn und seine Mutter in den Ruin treiben könnte. Bestimmt ist euch bekannt, mein Herr, dass dieser Mann wie ein geiler Hund hinter jeder Frau her war. Ich wusste, ich könnte ihn mit meiner besten Waffe bekommen, mit meinem Körper.“

Der Teufel lacht und sagt: „Ja, du warst schon immer sehr heiß.“


„So dauerte es nicht lange und er landete in meinen Armen. Wir haben kurz danach geheiratet. Dann haben wir zusammen in den hinteren Wohnräumen vom Geschäft gelebt. Er war wie eine Teigmasse in meinen Händen. Ich konnte mit ihm alles machen, was ich wollte.

Aber seine Mutter war für mich eine Gefahr. Sie misstraute mir und ich wusste, falls sie entdeckte, dass ich eine Hexe bin, wäre es um mich geschehen und mein Spiel wäre aufgeflogen. Also habe ich mich besonders auf sie konzentriert. Ich habe mir immer neue Sachen überlegt, mit denen ich sie zur Weißglut bringen konnte.

Eines Tages konnte sie meine Bosheiten nicht mehr ertragen und ist daran gestorben. Es war großartig! Es war ein ganz natürlicher Tod und es kam kein Verdacht auf mich. Ich habe eine große Show gemacht, geweint, getrauert und sogar schwarz getragen. Die Leute waren von mir begeistert. Sie haben gesagt, sie hätten noch nie jemanden gesehen, der so seine Schwiegermutter liebte wie ich. Das sei wahre Liebe!“

Lobend spricht der Teufel: „Perfekt, die Show ist das wichtigste und das oberste Gebot unserer Versammlung.

Selbst eine Show zu sein oder eine Show zu inszenieren ist ein großer Unterschied. Du kannst beides perfekt.“

Die Hexe ist verlegen. „Danke, mein Herr.“

„Aber fahre mit deiner Geschichte fort.“

„Ja, mein Herr. Nachher war mein Mann eine leichte Beute für mich. Ich habe ihn abhängig von meiner körperlichen Liebe gemacht, ich habe ihm das Gefühl gegeben, er sei der beste Mann in meinem Leben, er hätte meinen Körper und meine Seele erobert.

Du weißt, deine Seele gehört mir“ wirft der Teufel ein!

„Oh, mein Herr, es war eine perfekte Lüge, die ihn hat glauben lassen, mein Körper und meine Seele gehöre ihm. Aber natürlich gehört euch meine Seele mein Herr. Ich habe sie bereits vor langer Zeit euch verkauft. Aber ihr wisst auch: die perfekte Lüge ist meine Natur.“

„Ich muss zugeben, du hast gut gelernt. Du lügst schon besser als ich, mein Kompliment.“

„Jede Nacht gab ich ihm das Gefühl, er sei der beste Mann im Bett, er sei mein Retter, mein Held, bis ich merkte, er glaubte mir blind. Eines nachts nach einer schönen gemeinsamen Stunde, habe ich zu weinen angefangen.

Er fragte mich, warum ich so betrübt sei. Ich versicherte ihm, dass ich ihn liebte und dass ich für immer mit ihm zusammen bleiben wollte. Ich beklagte mich darüber, dass alle schöne Besitztümer haben und ihr Leben so genießen könnten. Ich würde nur gar zu gern für ihn erotische Kleidung anziehen, aber für solch einen Luxus hätten wir leider kein Geld. In seiner Angst, mich zu verlieren, heckte er sogleich einen Plan aus, wie er an Geld kommen könnte. Jedoch wollte er mir nicht berichten, wie er das anstellen wollte. Im richtigen Moment wolle er mir das schon sagen. Eines nachts war er sehr spät nach Hause gekommen. Er war sehr aufgebracht, so dass ich gleich ahnte, was er getan hatte. Er musste Geld gestohlen haben. Ich wollte ihn fragen, aber ich wusste, dass er in diesem Moment keine Antwort gegeben hätte. Also musste ich ihn zunächst beruhigen.

Ich setzte auch hier bewusst meine beste Waffe ein, meine Weiblichkeit. Ich hatte mich schön gemacht, mir erotische Kleidung angezogen und mich wie eine Schlange langsam neben ihn gesetzt. Ich habe seinen

Kopf auf meine Brust gelegt, seinen Rücken sanft mit meiner Hand gestreichelt und ihm gesagt, er sei mein Schatz, mein Held und wir würden nun reich werden.

Darauf küsste ich ihn, dennoch gab er mir keine Antwort.

Dann habe ich die Flasche Sekt geholt und ihm ein Glas nach dem anderen eingeschenkt, ihn immer dabei gelobt, wie intelligent und stark er sei, was für einen schönen Körper er besaß, bis er mit mir ins Bett ging. Ich habe ihm wie immer eine große Wollust vorgespielt, sogar die Nachbarn haben mich am nächsten Tag darauf angesprochen, wie laut ich sei. Am nächsten Tag habe ich ihn gefragt: er würde mich sehr glücklich machen und er solle mir doch bitte sagen, was er getan hätte. Ich sei doch seine Frau, seine Geliebte und seine Zukunft. Er solle es mir doch bitte sagen, damit würde er nicht nur meinen Körper, sondern auch meine Seele glücklich machen.“

„Und hat er es dir gesagt?“

„Aber natürlich mein Herr. Er hat alles erzählt, dass er Geld gestohlen hätte und wo er es versteckt hielt. Ich habe darauf sofort die Polizei angerufen, er ist verhaftet worden und sie haben ihn zu 3 Jahren Haft verurteilt. Ist das nicht bemerkenswert? Ich war nun die Heldin, denn für die Gerechtigkeit habe ich meinen geliebten Mann an die Polizei verraten. Er war der große Täter, der Kriminelle.“

„Perfekt. Du hast ihn zu einem Dieb gemacht und du bist die Heldin. Perfekt.“

„Mein Plan war es auch, ihn für meinen Liebhaber, der bei der Polizei arbeitete, zu opfern. Er war also nur ein kleines Geschenk für meinen Liebhaber.“

„Und weiter?“

„Ja, mein Herr. Ich habe ihn regelmäßig im Gefängnis mit meinem alten Fahrrad besucht, so dass er glaubte, ich vermisste ihn sehr und würde ihn sehr lieben. In Wirklichkeit war das nur eine große Show. Mein Ziel war es natürlich, meinen Liebhaber zu treffen und mit ihm eine schöne Stunde zu verbringen. Das Gefängnis lag nur auf dem Weg und das kam mir sehr gelegen.“

„Perfekt.“

„Aber mein Plan war noch nicht perfekt. Ich brauchte Hilfe, deshalb holte ich meine Mutter zu mir. Sie hat zunächst bei meinem Bruder gewohnt und sein Leben zur Hölle gemacht. Eines Tages regte sie ihn so auf, dass ihm die Hand ausrutschte. Darauf zog sie bei mir ein.

Das hatte mich sehr gefreut, denn sie hasste alle Männer ohne Ausnahme. Selbst mein Vater versuchte sich vor ihr zu retten und verließ uns. So war sie eine Waffe, die ich jederzeit für mich einsetzen konnte. Ich habe ihr genau das erzählt, was sie hören wollte. Sie wollte natürlich hören, wie schlecht alle Männer seien, damit konnte man ihr immer eine große Freude machen. Nur mein Bruder stellte immer eine Ausnahme für sie dar, obwohl er sie schlug.“

„Wahrscheinlich war das der Grund für ihre große Zuneigung zu ihm. Darum hasst sie auch die anderen Männer!

Sie konnte ihre Liebe nicht ertragen.“

„Also besaß ich eine zweite Waffe neben meiner Weiblichkeit.

Und zwei Waffen sind bekanntlich besser als eine. Nachdem drei Jahre vergangen waren, kam die Entlassung meines Mannes aus dem Gefängnis. Ich habe für seine Heimkehr eine Willkommensparty veranstaltet, um den anderen meine große Freude vorzutäuschen.

Das sollte ein besonderer Tag sein, ein Tag der Freude. Ich ging natürlich sofort mit ihm ins Bett, um ihn glauben zu lassen, ich hätte ihn sehr vermisst. Ich habe ihm gesagt, er solle doch jetzt bitte keinen Fehler machen, er sei doch nur auf Bewährung draußen!“

„Perfekt!“

„Danke mein Herr. Ich lag wie eine Wildkatze auf der Lauer und wartete geduldig auf meine nächste Chance.

Die ließ auch nicht lange auf sich warten, denn er besaß eine illegale Waffe. Das war mein Glück. Ich rief die Kripo an. Sie sind gekommen und haben ihn wieder verhaftet.

Jetzt war meine Show an der Reihe. Ich habe geweint und geschimpft, ich hätte doch gesagt, er solle doch bitte keinen Fehler mehr machen. Darauf schaute er mich misstrauisch an und fragte, wer die Polizei angerufen hätte. Ich schob es auf meine Mutter. Sie hätte beim Aufräumen des Schranks die Waffe darin gefunden.

Ich beteuerte ihm, wie leid mir das alles täte und ich würde das rächen. Dann schickte ich meine Mutter wieder zu meinem Bruder. Mein Mann glaubte mir selbstverständlich, dass meine Mutter ihn verraten hätte.“

„Perfekt!“

„Danke, mein Herr. Ich habe ihn wieder im Gefängnis besucht.“

Die anderen Hexen sagen: „Aber in Wirklichkeit hast du wieder deinen Liebhaber besucht!“

„Perfekt!“ ruft der Teufel „Ich wusste, jetzt war der Zeitpunkt da, um sein Geschäft zu besitzen.“

Die andere Hexen beginne vor Begeisterung zu kreischen:

„Und du hast es geschafft. Du bist eine perfekte Hexe.“

„Wie hast du das angestellt?“, fragt der Teufel.

„Eines Tages bei einem Besuch im Gefängnis, sagte ich ihm, dass ich seine Hilfe brauchte. Er solle mir doch bitte vertrauen. Es sei so schwer für mich das Geschäft zu leiten und mich gleichzeitig um unsere Tochter zu kümmern. Ich wusste, er liebt seine Tochter über alles.“

Hexen sagen zusammen: „Dann war deine Tochter deine dritte Waffe neben der Weiblichkeit und deiner Mutter?“

„Perfekt und weiter!“

„Ja, mein Herr. Ich habe ihm das Angebot gemacht, mir das Geschäft zu überlassen. So würde ich Zeit sparen, dann bräuchte ich den Papierkram nicht immer zu ihm zu bringen. Manche Briefe müsste ich schnell beantworten und dann müsste ich unsere Tochter mit der Oma allein lassen. Als er das hörte, verlor er die Beherrschung und sagte zugleich, ich solle die Papiere fertig machen, er würde mir das Geschäft überschreiben, aber ich solle bloß nicht das arme Kind mit der Oma allein lassen.“

Die Hexen fragen zusammen: „Du hast das Geschäft bekommen?“

„Perfekt und weiter!“, will der Teufel wissen.

„Ja mein Herr. Ich habe das Geschäft bekommen!!“

„Du hast ihn darauf nicht mehr besucht?“, fragen die Hexen.

Der Teufel beantwortet die Frage mit böser Stimme:

„Falsch, ihr müsst noch viel von ihr lernen!“

„Natürlich habe ich ihn weiter besucht. Ich wollte doch meinen Liebhaber treffen. Ihn zu besuchen, war für mich Routine, aber meinen Liebhaber zu treffen war für mich purer Spaß und ich brauche meinen Spaß.“

„Du hast dir deinen Spaß verdient. Fahre mit der Geschichte fort.“

„Am Tag seiner Entlassung aus dem Gefängnis, war ich nicht Zuhause. Ich hinterließ ihm einen Zettel, auf dem stand, dass ich mich sehr auf ihn freue, aber ich müsse schnell etwas für das Geschäft erledigen. Zu meiner Mutter sagte ich allerdings, wenn er heimkäme, dürfe sie ihn nicht einlassen und er dürfte vor allem seine Tochter nicht sehen.“

Die andere Hexen: „Das ist schlau. Das bringt ihn in Rage, wenn er seine Tochter nicht in seine Arme schließen kann.“

„Perfekt!“, antwortet der Teufel.

Die fährt voller Stolz fort: „Es ist so eingetroffen, wie ich es geplant habe. Nach seiner Heimkehr wollte er seine Tochter sehen, aber meine Mutter verbot ihm den Eintritt.

Sie hat ihn sogar geschlagen und gesagt er sei kriminell.

Er solle uns in Ruhe lassen, er solle wieder ins Gefängnis gehen, wo er hingehöre. Sie hat ihn geschlagen und zur gleichen Zeit nach Hilfe geschrieen. Er hat natürlich seine Nerven verloren und zurückgeschlagen.

Er bahnte sich seinen Weg durch das Haus zu seiner Tochter und schloss sie in die Arme.“

„Oh der Arme!“, rufen die anderen Hexen.

„Was?!“, fragt der Teufel empört.

Die Hexen entschuldigen sich bei ihm.

„Ich wette, nachdem dein Mann deine Mutter geschlagen hat, hat sie sich in ihn verliebt“, vermutet der Teufel ironisch.

Die anderen Hexen beginnen zu lachen und loben den Teufel: „Toll, Herr! Perfekt, Herr!“

„Aber fahre mit deiner Geschichte fort!“

„Ach, mein Herr, ihr ahnt es nicht. Es kam noch viel besser.

Alle Nachbarn haben sich versammelt, und ich habe wieder vor ihnen die große Show gemacht. Ich schimpfte meine Mutter aus, wie sie nur so herzlos sein konnte, der arme Mann wollte doch nur seine Tochter in den Arm nehmen, nach so langer Zeit der Trennung. Die Nachbarn waren jedoch alle aufgebracht, er sei ein schlechter Mensch, ein Krimineller, wie könne er nur die arme alte Frau schlagen. Nur eine Nachbarin hatte alles von ihrem Zimmerfenster verfolgt und wusste über uns Bescheid. Sie verabscheute mich und meine Mutter.

Aber ich wusste sie konnte nichts gegen mich ausrichten.

Die Mehrheit glaubte mir, ich war die Gute und er der Böse. Ich war stolz, sehr stolz. Ich hatte es wieder einmal geschafft. Ich hatte ihn dort, wo ich ihn haben wollte. Er war am Boden. Ich hatte ihm alles genommen, das Geschäft, seine Mutter und jetzt auch noch seine Tochter. Ich war wieder fein aus der Sache raus.

Ich war wieder die nette, brave Geschäftsfrau und Mutter, die verheiratet war mit einem Dieb.“

„Das geht doch nicht! Du musst auf deinen Ruf achten!“, empören sich die Hexen.

„Ja, deshalb blieb mir nichts anderes übrig als die Scheidung einzureichen. Ich musste aber überlegen, wie ich am saubersten aus dieser Sache rauskam. Mit anderen Worten, er musste die Schuld an dieser Scheidung tragen.“

„Wie hast du das geschafft?“, fragen die Hexen.

„Das war ganz einfach. Er war erst vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen worden, also hatte er ein großes Bedürfnis nach Sex.“

„Aber du liebst doch Sex. Wie hast du das so lange ausgehalten?“

„Wie ich das ausgehalten habe? Aber es gibt doch noch andere Männer! Mit ihnen habe ich meine Lust ausgelebt.

Bei ihm habe ich immer so getan, als wäre ich so müde von der vielen Arbeit und den vielen Problemen, die er mir gemacht hat. All das hat meine Lust auf Sex zerstört.

Er solle doch bitte geduldig mit mir sein.“

„Perfekter Plan!“, staunt der Teufel.

„Was für einen Plan?“, fragen sich die Hexen.

„Erzähl weiter! Deine Geschichte ist sehr spannend.“

sagt der Teufel

„Ich kannte eine Frau, die mir helfen konnte Ich bot ihr Geld an, um ihn zu verführen. Ein Freund sollte Aktfotos schießen. Das hat mich zwar Geld gekostet, aber das war ohne Bedeutung, denn das Geld gehörte eh ihm.“

„Perfekt.“

„Hat sie ihn verführt?“, fragen die Hexen neugierig.

„Aber natürlich. Nachdem ich die Aktfotos in der Hand hatte, habe ich sie allen gezeigt, sogar unserer Tochter.

Sie hat ihn deshalb gehasst, wie konnte ihr geliebter Vater so etwas nur tun! Vor Gericht ist er für schuldig befunden worden. Jetzt war ich wieder die arme Frau, die nach allem, was sie für ihren Ehemann getan hatte, von ihm betrogen wurde.“

Die anderen Hexen sind begeistert. „Das war wirklich sehr schlau. Zuletzt war er das Schwein, der Gauner, Dieb und Betrüger!“

„Perfekt und weiter!“

„Ja, mein Herr! Ich war nun die geschiedene Frau. Alle Leute waren auf meiner Seite. Wie konnte er auch eine Frau, die so für ihn gekämpft hat, die mit dem alten Fahrrad zu ihm ins Gefängnis gefahren ist, die für ihn ihr Leben geopfert hat, betrügen?!

Ich hatte es geschafft. Er war für sie das Schwein und ich, die arme nette Frau. Sie gaben mir Recht, dass ich mich von ihm hab` scheiden lassen, denn er war für sie ein hoffnungsloser Fall.“

Der Teufel dreht sich zu den anderen Hexen: „Ihr müsst viel von ihr lernen. Ihr müsst lernen, wie man aus dem Täter das Opfer macht und aus dem Opfer den Täter.

Das ist die richtige Show, die ihr inszenieren müsst.“

Der Teufel spricht zur Hexe: Du hast den Titel „ Hexe des Jahres“ verdient. Du bist besser als ich. Du bist echt gut.“

„Danke, mein Herr. Ich bin euer Werk, meine Seele gehört euch. Ihr seid mein Gott, mein Lehrer und mein großer Helfer. Ohne euch hätte ich das alles nicht geschafft.

Alle Hexen klatschen und feiern sie, denn sie war die böseste von allen. Die Feier ist nun zuende und der Teufel spricht erneut zu den Hexen.

„Jetzt kommen wir zur neuen Aufgabe für dich. Ich bin sicher, dass du diese Aufgabe bewältigen kannst. Ich werde dich persönlich ehren und als größte Hexe aller Zeiten feiern. Hier kommt deine neue Aufgabe. Es gibt einen Elefanten. Er ist auf der Suche nach der wahren Liebe, nach Gott. Ich möchte, dass du ihn zu mir bringst.

Ich will, dass seine Seele mir gehört. Er war für mich schon immer ein interessantes Opfer und ich habe ihn lange beobachtet. Ich kann dir ein paar Hinweise geben, die dir dabei helfen könnten deine neue Aufgabe schnell zu bewältigen.“

Die neue Aufgabe:

„Wir haben deinen Sieg gefeiert. Du hast den Titel „Hexe des Jahres“ verdient. Aber für den großen Titel „Hexe aller Zeiten“ bekommst du eine neue Aufgabe.

Bringe den Elefanten zu mir. Er soll mir seinen Geist und seine Seele geben, aber sein Körper soll dir gehören.

Der Elefant ist auf der Suche nach Gott. Locke du ihn. Verkleide dich als Engel, sprich von der Liebe und mache deine große Show-Nummer, damit der dir in deine Falle geht. Verführe ihn, damit er in unsere Versammlung kommt und sich uns anschließt. Du wirst von mir Hilfe bekommen. Er ist gutgläubig!“

Die Hexe unterbricht den Teufel.

„Herr! Alle unsere Opfer sind sensibel und gutgläubig, auch die Einsamen und Traurigen. Und wir gehen von Haus zu Haus und suchen und suchen, bis wir neue Opfer finden. Oh, Herr! Herr der Dunkelheit! Wie viele Opfer habe ich im Namen der Liebe nicht schon zu dir gebracht?!“

„Viele, sogar sehr viele! Aber ich brauche unbedingt den Geist und die Seele vom Elefanten, denn er hat außerordentliche Talente. Und die will ich nutzen.“

„Oh, Herr, das ist eine sehr leichte Aufgabe!“

Und sie begann vor Vergnügen und Freude zu singen und zu tanzen.

„Ich schaffe ihn.

Ich werde seine Seele töten!

Ha, ha, ha,

wer ist der Elefant Ibrim?

Ich schaffe ihn.

Ich töte ihn!

Den Elefanten Ibrim.

Seine Seele will ich haben.

Oh, Herr, Oh, Herr, du bekommst sie bald!

Bleib nicht hart!

Aber sein Körper ist für mich.

Für dich? – Das ist viel!

Nicht viel – er gehört mir!

Der Elefant Ibrim!

Ich schaffe ihn.

Ich töte ihn!

Den Elefanten Ibrim.

Er weiß, was zu tun ist, er ist hart wie Beton!

Er sieht alles, aber er spricht keinen Ton!

Trotzdem!

Ich schaffe ihn.

Ich töte ihn!

Ha,ha,ha,

wer ist der Elefant Ibrim?


Sein Fühlen und Denken,

ist schwer zu lenken.

Trotzdem!

Ich schaffe ihn.

Ich töte ihn!

Den Elefanten Ibrim

Sein Herz ist voll Liebe!

Herr! – Wir sind Diebe!

Wir können Liebe nicht klauen!

Aber auf sie mit dem Hammer hauen!

Scheiß auf Liebe! Scheiß auf ihn!

Ich schaffe ihn.

Ich töte ihn!

Ha,ha,ha,

wer ist der Elefant Ibrim!?“

„ Es eilt! Also, viel Glück! Und ich bin immer in dir! spricht der Teufel.

 

 

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