Dr. Bekheet Der Tierarzt und die Menschen   Deutsch    Francais   English   Arabisch
 
 
Geschichten von    Dr. Bekheet
Die Hexe und der Elefant
Widmung
Vorwort
Hexenfest
Jahresversammlung
Die perfekte Hexe
Begegnung
Der Auszug des Elefanten
Rache
Überraschung
Schicksalsschlag
Hexenglück
Hexenhoffnung
Des Elefanten Leid
Verlierer
Zwei Jahre später
In der Hexenwohnung
Die Seele von Mutter Hexe
Die Begegnung mit dem Teufel
Der Stolz von Mutter Hexe
Das Geschenk des Teufels
Die schöne Königin
Der Ruf der Hexe nach dem Teufel
Der Plan der Hexe
Die Freunde des Elefanten
Gott und der Elefant
Schlußgedanken des Elefanten
Presse
Der kleine Tierarzt
Presse
Leserbriefe
Leserbrief schreiben
Impressum
Seite weiterempfehlen

 

Tierarztpraxis
Dr. Bekheet
 
Sprechstunden
nach Vereinbarung

Tel.: 05542/1466

mobil: 0171/1431145

 

bekheet0002.jpg

Dr. Bekheet

 

Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht mit orientalischem Büfett

Samstag, 28.05.2016

 

 

 Die Hexe und der Elefant

Der Tierarzt und die Menschen

 

ISBN: 3-9808914-0-2

jetzt kaufen

Begegnung


Der Elefant ist zur Versammlung eingeladen. Die Hexe hat sich sehr verführerisch zurechtgemacht und duftet himmlisch. Nach einem tiefen Blick in seine Augen geht sie zu ihm hin begrüßt ihn und geht wieder auf ihren Platz zurück.

Bruder Hali hält eine schöne Ansprache über Liebe und Gerechtigkeit. Der Elefant ist erfüllt von Freude und sein Herz ist warm geworden. Er meint, nun sei er im Hause Gottes angekommen und habe die göttliche Liebe endlich gefunden. Die Atmosphäre ist schön, die Stimmung ist herzlich. Fast jeder der Versammelten lädt ihn anschließend zu sich nach Hause ein.

Besonders die Einladung von Bruder Hali wurde dann sehr schön. Er und seine Frau sind ganz besonders lieb, und es fehlt ihnen die Möglichkeit, hinter Fassaden zu blicken und Abgründe zu erkennen.

In solchen Versammlungen findet man zwei Sorten von Menschen. Die einen durch Gehirnwäsche erblindet, sind lieb und naiv. Sie geben alles, alles was sie haben.

Sie sind wie blinde Schafe. Die anderen aber verfolgen nur ihre eigenen Vorteile und nutzen alles nur für sich aus. Sie wollen Macht über andere. Sie verbreiten im Namen der Liebe den Hass und nutzen alle zu ihrem eigenen Vorteil aus. Ja, sie sind sich ihres Tuns ganz bewusst. Diese neue Generation von Pharisäern!

Die Pharisäer haben, so sagt es die Bibel, die Tür zum ewigen Leben für sich und für die anderen geschlossen.

Auch die Hexe hatte den Elefanten zu sich nach Hause eingeladen. Sie hatte ein gutes Essen zubereitet, vor dem Essen hat sie gebetet. Sie dankte Gott für die Speise.

Während sie aßen, sprach die Hexe von der Liebe und dem Paradies. Der Elefant war begeistert von ihrer Art, von ihrer Natürlichkeit und von ihrem Aussehen. Er wurde von großer Zuneigung zu dieser Hexe ergriffen.

Ja, er wurde ganz blind vor Liebe und zog tatsächlich mit seinen zwei Kindern zu ihr in ihre Hexenwohnung!

Aber in jeder Nacht stieg die Hexe hinunter in ihren Keller.

Dort trank sie heimlich von ihrem Zauber - Hexenwein und betete inbrünstig zu ihrem Hexenmeister, dem Teufel

So betete sie:

„Oh, Herr, Herr der Dunkelheit! Ich habe es geschafft.

Der Elefant ist bei mir. Ich habe ihn blind gemacht.“

Der Teufel aber sprach:

„Ja, er ist blind vor Liebe. Aber in meinen Versammlungen ist er weiterhin wach. Er denkt noch nach. Er muss eine Gehirnwäsche bekommen. Und das soll Bruder Hali machen. Du konzentrierst dich jetzt besser auf seine Kinder. Die will ich auch haben.“

„Wie, Herr? Wie soll ich das machen?“

„Du hast doch die Kasse! Du hast das Geld! Gib deinen eigenen Kindern alles was sie wollen, aber erpresse die Kinder des Elefanten. Verwehre ihnen einfach, was ihnen zusteht, wenn sie dir nicht folgen.“

Die Kinder der Hexe wurden von ihrer Hexenmutter verwöhnt.

Sie bekamen die besten Sachen und leckersten Speisen. Den Elefantenkindern blieb nur Abgenutztes und Verschlissenes, das, was die anderen wegwarfen.

Sie fühlten sich oft wie das Aschenputtel aus dem Märchen.

Mit der Zeit fiel dem Elefanten auf, wie sonderbar man auch in den Versammlungen mit Kindern umging. Diese hatten die Versammlungsbücher zu lesen und daraus auswendig zu lernen, obwohl sie Sinn und Inhalt nicht verstanden. Feste von Schulkameraden durften sie nicht mitfeiern. Einladungen von Freunden wurden ihnen verboten.

Ja, sogar den eigenen Geburtstag durften sie nicht feiern und Ostern und Weihnachten wurde für sie abgeschafft.

Für Ungehorsam gab es harte Schläge und sie durften nur noch mit den Kindern der anderen Versammlungsmitglieder spielen.

Es gab aber auch weitere Regeln für die Erwachsenen, die den Elefanten sehr verwunderten. Verstießen zwei Versammlungsmitglieder gegen eheliche Treue, so musste man sie drei Wochen lang völlig ignorieren.

Wenn einer von ihnen sich mit einem fremden Menschen in menschlicher Liebe verband so wurde er verstoßen.

Das konnte er überhaupt nicht verstehen. Und er sah, wie die Blume der Heimlichkeit in diesen Versammlungen wuchs. Und der Elefant staunte über die Fülle der Blüten, die er immer wieder neu aufbrechen sah.

Und das machte den Elefanten neugierig. Jetzt wollte er wissen, was in dem Buch aller Bücher, der Bibel, steht.

Er entdeckte erstaunliches: Die Versammlung hatte ja gar nichts mit der Bibel zu tun. Man hatte Namen und Texte aus ihr genommen, sich damit nur geschmückt sogar Geschäfte gemacht.

Das war zuviel für ihn!

 


 

 

Webdesign: Isolde Moussot IT-Consulting, Bahnstr. 11, 76532 Baden-Baden,  www.it-somo.de ©  Dr. Bekheet  Haftungsausschluss