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Dr. Bekheet

 

Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht mit orientalischem Büfett

Samstag, 28.05.2016

 

 

 Kurzgeschichten

Wer ist das Schwein? - Teil 8

"Das ist aber ein langer Weg, keine Pausen, kein Futter und kein Wasser. Das Leben mit den Menschen ist Scheiße, Mann."

"Die Schweine werden hier geschlachtet und dann werden sie als Fleisch zurück nach Belgien oder Holland gefahren."

"Gibt es in Belgien oder Holland keine Schlachthöfe?"

"Das ist Geschäft, mein Lieber", sagt die Kuh.

"Das ist aber komisch."

"Das Geschäft ist das Geld, mein Lieber."

Der Ochse fragt die Katze: "Und die deutschen Schweine?"

"Ein Teil von ihnen wird nach Holland oder Belgien transportiert, dort geschlachtet und dann fahren sie das Fleisch zurück nach Deutschland."

"Ich verstehe das nicht."

"Du bist ein Ochse, du kannst das nicht verstehen."

"Du bist frech."

"Entschuldige."

Plötzlich kommt der Tierarzt mit dem Schlachter. Sie haben beide noch etwas getrunken und der Tierarzt lallt zum Schlachter: 

"Dies Pferd und dis Ferkel werden geschlachtet. Die Kuh und der Ochs bleiben bis Dienstag."

"Auf Wiedersehen, meine Freunde. Wir sehen uns im Tierparadies wieder. Ich bin glücklich."

 

 

 


 

"Ich will nicht sterben. Hilfe! Warum hilft mir keiner? Bitte Mutter, ich habe Angst vor dem Tod. Hilf mir."

"Keine Angst, mein Kleiner, schon bald treffen wir uns in einem besseren Leben wieder. Einem Leben ohne Menschen, im Tierparadies."

"Das Leben mit den Menschen ist Scheiße, Mann."

"Auf Wiedersehen", rufen die Kuh und der Ochse den beiden traurig zu.

"Auf Wiedersehen im Tierparadies ohne Mensch", sagt die Katze, wendet sich ab und murmelt beim Gehen: "Ich halte das nicht mehr aus."

"Bitte weine nicht", sagt der Ochse mit trauriger Stimme zur Kuh.

"Das arme kleine Ferkel hatte ein kurzes Leben, voll Leid und so früh von der Mutter getrennt und nun wird es geschlachtet. Es bricht mir das Herz."

"Bitte weine nicht. So viel ich weiß, hieß es mal, wir wären hier auf der Erde um den Menschen zu helfen. Dafür verpflichtete sich der Mensch, dass wir gute Nahrung erhalten, gut leben, artgerecht gehalten und schmerzfrei geschlachtet werden. Wir machen unsere Aufgabe sehr gut, aber der Mensch macht das Gegenteil. Darum sage ich immer: 

"Das Leben mit den Menschen ist Scheiße, Mann."

"Du hast ja recht, Ochse."

"Nun, kannst du mir dann bitte mal sagen: Wer ist das Schwein?"




Fortsetzung folgt!
 

 Dr. Ibrahim Bekheet - 19.05.2006

 

 

Wer ist das Schwein? - Teil 7

Das Ferkel lacht zum ersten Mal und Fragt: "Wie kann das sein, das seine Zunge so schwer wie sein Körper ist?"

"Das Werk des Alkohols, Kleines", sagt die Kuh, lächelt ein bisschen und fügt warm hinzu: "Schön, dass du lachst".

"Sind das seine Überstunden?" fragt der Ochse.

"Der Arme, er arbeitet zu viel."

"Du meinst, er säuft zu viel."

"Horcht mal", ruft die Kuh leise, "Ich höre etwas. Hört ihr das auch? Wer ist das?

"Ich bin ein Schwein aus Belgien. Ich kriege keine Luft. Ich habe einen Herzkreislaufkollaps."

"Bitte, versuche nicht zu sprechen."

"Das ist schlimm, wenn man schlecht gelebt hat und langsam stirbt."

"Das Leben mit den Menschen ist Scheiße, Mann."

"Ich habe Angst vor dem Tod. Ich will zu meiner Mutter."

Bittend sagt die Kuh zur Katze: "Gehst du noch mal?Der Schlachter muss kommen."

"Glaubst du, es interessiert die, ob ein Schwein stirbt oder nicht?" schreit der Ochse gereizt in Richtung Kuh.

"Wenn das arme Schwein jetzt stirbt, wird sein Fleisch untauglich, aber wenn es geschlachtet wird, kann sein Fleisch verkauft werden. Darum, wenn es Verluste gibt, dann kommen sie schon und schlachten es."

Darauf wendet sich der Ochse zur Katze: "Bitte mach was."

"Ha, ha, was soll ich tun?" fragt die Katze aufbrausend und schlägt nervös mit ihrem Schwanz.

"Die beiden sind voll. Denen ist alles scheißegal. Hauptsache, sie können weiter saufen."

"Aber das ist ihr Job. Sie werden gut dafür bezahlt."

"Job? Notdienst machen sie jetzt. Sie sind in Not, sie brauchen die Flasche."

"Sie sind Gesetzesmänner."

"Ha, ha, ha sie sind die Flaschenmänner."

"Jetzt reicht es", sagt die Kuh entschlossen.

"Geh und unternimm etwas. Siehst du nicht, das das arme Schwein keine Luft bekommt und das Pferd hat große Schmerzen und das Ferkel leidet auch."

"Ich versuche es."

 

 


 

Die Katze schleicht langsam in den Aufenthaltsraum und beobachtet die beiden Männer beim Trinken. Sie sieht auf dem Tisch eine Blutwurst und ein abgeschnittenes, kleines Stück liegt  noch daneben. Sie nimmt Anlauf und mitten im Sprung krallt sie es geschickt und rennt blitzschnell aus dem Raum.

"Holla, du Katzenviech, woher is' n  die gekommen?", fragt der Tierarzt benebelt.

Beide Männer stolpern aus dem Raum, laufen langsam hinter der Katze her und versuchen sie zu verfolgen. Sie kommen am kranken Schwein vorbei, aber bemerken nicht, wie schlecht es ihm geht. Die Katze ist schon längst fort.

"Die hat'n Glück, dass sie hier lebt und nicht in China", lallt der Schlachter.

"Du würdest sogar deine Mutter schlachten, näh?"

"Wenn es ein Gesetz dafür gäbe, aber immer. Und sie, Herr Doktor?"

"Ich würde das Fleisch als tauglich abstempeln."

Der Schlachter lacht dröhnend und ruft laut: "Prost, Herr Doktor.

 

"Ich habe mein Bestes versucht. Sie kommen nicht", sagt die Katze atemlos und legt sich hin.

"Es ist zu spät", sagt die Kuh bitter.

"Das Schwein ist tot."

"Gott sei Dank. Das Leben mit den Menschen ist Scheiße, Mann."

"Ich habe Hunger."

Die Katze gibt dem Ferkel das geklaute Stück Blutwurst.

"Das arme Schwein, es hat viel Leid gehabt."

"Ich war heute früh am Morgen da und ich habe gesehen wie sie vor den Ställen die Schweine ausgeladen haben. Sie schlugen sie mit Eisenstangen, trieben sie mit Stromschlägen aus den Hängern und riefen immer wieder: "Raus ihr Schweine."

Der eine Fahrer hat dem anderen Fahrer erzählt, er käme mit den Swcheinen aus Belgien. Der andere sagte, er käme mit seiner Ladung aus Holland und er wäre ohne Pause durchgefahren. Diese armen Schweine bekommen kein Futter und kein Wasser auf dem langen Weg. Manche Schweine kollabieren und werden zu Tode getrampelt."




Fortsetzung folgt!
 

 Dr. Ibrahim Bekheet - 12.05.2006

 

 


Wer ist das Schwein? - Teil 6

"Es gibt keine Menschen dort. Tod zu sein ist besser als mit den Menschen zu leben. Das Leben mit den Menschen ist Scheiße, Mann."

"Und du Pferd, hast du nichts zu sagen?" Fragt die Katze.

"Was soll ich sagen? Ich habe starke Schmerzen. Mein Herz ist voller Leid und Trauer. Stellt euch vor, was ich mit meinem Herrn erlebt habe. Wir lebten lange zusammen, er hat mich immer gelobt und ich habe ihn geliebt und ihm vertraut. Das ist nun der Preis. Er hat immer gesagt, dass er mich liebt, aber die Liebe gab es nur auf meiner Seite."

"Er hat dich geliebt aber so, wie er sein Auto liebt. Nicht als Lebewesen. Das Leben mit Menschen ist Scheiße, Mann."

"Nun, was ist los mit dir? Fragt die Kuh.

"Bist Du blind? Meine Beine sind gebrochen."

Die Katze lacht: "Blindekuh, ha, ha, ha"

"Was ist passiert?" Fragt die Kuh und schüttelt den Kopf.

"Er hat mich geritten, ich bin gesprungen wie immer, aber dieses Mal war das Hindernis zu hoch und ich konnte noch nie hoch springen. Deshalb sind meine beiden Beine gebrochen."

"Hast du schnelle Hilfe bekommen?" Fragt die Katze neugierig.

"Der Tierarzt hat mich untersucht und sagte, es gäbe keine Hoffnung. Sie müssten mich einschläfern. Mein Herr sagte, dass Einschläfern Geld kostet und dass Schlachten Geld bringen würde."

"Das ist typisch Mensch, denkt nur ans Geld. Das Leben mit den Menschen ist Scheiße, Mann."

"Der Tierarzt wollte mir ein Schmerzmittel spritzen, aber der Besitzer wollte das nicht, weil das Schmerzmittel mein Fleisch für die Menschen untauglich macht. Er hat gesagt, er brächte mich schnell zum Schlachthof, um mich notschlachten zu lassen. Der Tierarzt sagte, das ginge nicht, er müsste mir eine Spritze geben. Mein Herr sagte, es wäre nicht weit zum Schlachthof und ich würde dort sehr schnell geschlachtet werden. Nun warte ich seit fünf Stunden und es kommt keiner."
 

"Das Leben mit den Menschen ist Scheiße, Mann."

"Ich habe Angst, ich möchte zu meiner Mutter."

 
 

Die Kuh fragt die Katze: "Kuckst du bitte, ob der Schlachter gekommen ist?"

Die Katze geht in die Notschlachthalle und sieht, dass die Tür zwischen Notschlachthalle und dem Aufenthaltsraum offen steht. Sie schleicht leise an die Tür und sieht, dass der Tierarzt mit dem Schlachter am Tisch sitzt und säuft.

Beide sind voll. Sie schlicht sich wieder zurück zu den anderen und sagt: "Das Leben mit den Menschen ist Scheiße, Mann."

"So oft war ich schon hier. Ich habe hier schon gute Tierärzte gesehen, solche die ihre Vorschriften einhalten und die Gesetze achten, aber leider werden diese unbeliebt und bald vom Schlachthof abgewiesen. Zum Beispiel ist einer dieser guten Tierärzte jetzt Ober Amtstierarzt, ein anderer hat eine Praxis eröffnet und ein weitere ist Vegetarier geworden."

"Der Tierarzt ist ein Vegetarier? Der kommt bestimmt ins Tierparadies", sagte der Ochse zum Ferkel.

"Werden sie ihn auch schlachten?" Fragt ihn das Ferkel.

Die Katze lacht. "Wenn es keine Rinder mehr gibt, wird er auch geschlachtet."

"Aber ich habe Angst vor dem Tod. Ich will leben und nicht geschlachtet werden. Ich will zu meiner Mutter."

"Du armes Kleines, du brauchst nicht zu weinen", seufzt die Kuh.

"Das Leben mit Menschen ist Scheiße, Mann."

"Trotzdem will ich leben, ich möchte zu meiner Mutter."

Die Katze erzählt weiter: "Es gibt gute Tierärzte, aber die bleiben nicht lange am Schlachthof."

"Warum, werden die auch geschlachtet?" Fragt das Ferkel.

"Kuck doch noch mal, ob sie fertig sind?" Bittet die Kuh die Katze.

Sie steht auf, streckt sich und sagt höhnisch: "Ja, ja, fertig. Davon träumst du nur."

Die Katze geht nachsehen. Bald darauf kommt sie zurück: "Die saufen weiter. Der Tierarzt hat schon eine schwere Zunge. So schwer wie sein Körper."




Fortsetzung folgt!
 

 Dr. Ibrahim Bekheet - 14.04.2006

 

Wer ist das Schwein? - Teil 5

"Respekt bitte", ermahnt die Kuh.

 Die Katze sagt einräumend: "Entschuldigung, ich mache nur Spaß."

Die Katze fängt an sich zu putzen und sagt trocken: "Siehst du, Ochse, ich hab's ja gesagt. Die Größe macht den Unterschied. Der Spaß bleibt auf der Strecke."

"Das Leben mit den Menschen ist Scheiße, Mann!"

Ferkel weinerlich: "Ich habe Angst, ich möchte zu meiner Mutter."

"Oh, das ist sehr traurig. Bald wirst du erlöst und von deinem Leid befreit", tröstet es die Kuh.

"Ich habe Angst vor dem Tod. Ich will leben."

"Scheißleben", sagt der Ochse hart.

"Aber ich will leben." "Wenn du geschlachtet bist, wirst du frei sein und zum Tierparadies gehen. Dort gibt es keine Menschen. Alle Tiere leben dort glücklich zusammen."

"Ich hoffe, es gibt keine Menschen dort", sagt der Ochse grimmig.

"Trotzdem, ich habe Angst vor dem Tod, ich will leben."


 

 
"Armes Kleines, du bekommst einen schnellen Tod und du wirst keine Schmerzen haben."

"Du hast gut reden, Katze, du wirst ja nicht geschlachtet."

"Wer seine Hand ins kalte Wasser hält, fühlt sich anders als der, der seine Hand ins Feuer hält. Das Leben mit Menschen ist Mist."

Die Katze sagt darauf traurig: "Wir leben, ja, aber wir kennen unser Schicksal nicht. Manchmal ereilt uns ein schlimmes Schicksal. Unser Schicksal ist auf unseren Pfoten geschrieben. Unser Leben ist ein großes Risiko, zum Beispiel, wenn eine Katze unter ein Auto läuft, sich verletzt und überlebt, bekommt sie oft keine Hilfe. Sie stirbt langsam am Straßenrand. Ist das nicht ein schlimmer Tod? Oder, wenn wir alt sind und uns nicht mehr versorgen können, verhungern wir langsam. Ist das kein schlimmer Tod? Oder wenn wirkrank sind oder, oder - unser Schicksal ist manchmal so viel schlimmer als eures."

"Trotzdem, du lebst und wirst nicht geschlachtet", sagt das Ferkel trotzig.

"Du bekommst ein sehr schönes Leben im Tierparadies", sagt die Kuh sanft.


Fortsetzung folgt!
 

 Dr. Ibrahim Bekheet - 07.04.2006

 

 

Wer ist das Schwein? - Teil 4

"Ich habe gehört, was die Frau dem Tierarzt sagte und beschloss abzuhauen. Am selben Tag bekam die Frau Besuch. Männerbesuch - wie immer. Wir saßen zusammen in Wohnzimmer, die Frau trank Wein und der Mann rauchte und trank Bier. Danach öffneten sie das Fenster zum Lüften. Das war meine Chance. Mit einem Sprung war ich draußen und lachte sie aus. Ha, ha, du willst mich kastrieren? Ich lebe lieber in Freiheit, treffe meine Kater wann ich will, fange Mäuse. Manchmal fresse ich die Essensreste der Menschen oder ich bekomme eine Flohallergie, Bandwürmer oder Katzenschnupfen oder, oder - ist egal! Die Hauptsache ist, ich bin frei und lebe mein Leben, wie ich es will."

"Das Leben mit den Menschen ist Scheiße, Mann."

"Ich habe kein Flöhe, aber ich habe Hunger und Angst", sagt das Ferkel schluchzend.

"Ein natürliches und artgerechtes Leben ist ein Traum. Ich habe den Menschen Milch, butter, Käse, Quark, Sahne, Schmand und Joghurt gegebe, und was machen sie mit mir? Wenn ich Lust auf den Bullen habe, kommt der Tierarzt", sagt die Kuh.
 

 
"Der Tierarzt?", fragt der Ochse erstaunt.

Die Kuh antwortet: "Ja, für die Besamung."

Der Ochse fragt: "Was ist der Unterschied zwischen dem Tierarzt und dem Bullen?"

Die Katze lacht: "Ha, ha, ha" und sagt, "die Größe macht den Unterschied."

"Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen Bullen gehabt."

Die Katze lacht wieder und fragt: "Nur Tierärzte? Das ist ja unglaublich."

Darauf der Ochse: "Ich verstehe das alles nicht, wie haben die Kälber ausgesehen? Wie du und ich, oder?"

"Wie sollst du das auch verstehen können. Du bist ein Ochse", kichert die Katze.


Fortsetzung folgt!
 

 Dr. Ibrahim Bekheet - 24.03.2006

 

 


Wer ist das Schwein? - Teil 3

Kuh mahnend:

„Bitte habe Respekt. Er ist unschuldig. Der Mensch hat ihn kastriert und sie haben aus ihm einen Ochsen gemacht. Sicher wäre er ein sehr toller Bulle geworden!“



Ochse:

„Das Leben mit den Menschen ist scheiße, Mann.“



Kuh:

„Der arme Ochse musste sich sein ganzes Leben lang mästen und endlos langweilen, ohne Spaß und nun wird er geschlachtet.“



Ochse:

„Ich freue mich auf den Tod. Das Leben mit den Menschen ist schei ...“



Kuh unterbricht ihn:

„Jedes Wochenende wird er hierher gebracht, aber kein Metzger möchte ihn kaufen, weil er sehr alt ist und sein Fleisch schwer zu verkaufen ist. Sein Fleisch ist nur noch gut für Hundefutter und deshalb muss er warten, bis ein Tierfutterhändler ihn kauft und schlachtet.“



Ochse:

„Es ist mir scheißegal, ob sie mein Fleisch den Hunden oder den Menschen geben. Hauptsache ich sterbe. Das Warten auf den Tod ist schlimmer als der Tod selbst. Der Tod wird mich von dem Leid und den Schmerzen befreien. Das Leben mit den Menschen ist scheiße, Mann.“



 


 

 
Ferkel weinend:

„Ich habe Angst vor dem Tod, ich möchte leben. Ich will zu meiner Mutter.“



Ochse zur Katze: „Wie geht deine Geschichte weiter?“


Fortsetzung folgt!
 

 Dr. Ibrahim Bekheet - 24.03.2006

 

Wer ist das Schwein? - Teil 2

Ochse sagt:

„Aber es gibt zu viele Katzen.“



Katze:

„Es gibt bessere Methoden. Zum Beispiel die Pille, und nur alle drei Jahre bekommen wir Nachwuchs.“



Kuh:

„Die Bauern geben doch kein Geld für die Katzen aus und die Pille ist teuer. Die Bauern wollen nur, dass Katzen die Mäuse und Ratten fangen, dafür bekommen sie mal eine kleine Schüssel Milch und wenn die Katzen krank werden, helfen sie ihnen nicht. Sie lassen sie einfach sterben.“



Ochse:

„Das heißt, die Bauern sind das Problem und nicht die Katzen. Ich glaube, es ist besser für die Menschen, wenn sie von den Katzen lernen.“



Katze:

„Danke! Doch der Mensch ist neidisch auf uns, weil wir uns verstehen und respektieren. Die Frau, mit der ich gelebt habe, wollte mich kastrieren. Ich dachte, sie wäre eine gute Freundin für mich. Ich habe sie als große Katze gesehen. Und was wollte sie? Mich kastrieren. Es war unglaublich! Sie sperrte mich in einen kleinen Käfig und brachte mich zu einem Tierarzt. Sie sagte zu ihm, sie würde es nicht mehr aushalten, wenn ich rollig wäre, ich würde schreien, auf die Blumen springen und alles kaputt machen. Ich wollte nur raus zu den Katern, die sich draußen sammelten und ihre Duftmarken setzten. Die Frau erzählte, es würde stinken wie die Pest und dass sie mich deshalb, sobald wie möglich, kastrieren lassen wolle. Der Tierarzt hat sich gefreut. Hat er Komplexe, oder was?“

Ochse:

„Er hat sich über das Geld gefreut.“



Katze erbost:

„Und ich dachte, die Tierärzte helfen uns.“



Ochse:

„Manche ja.“
 

 
Katze:

„Kannst du dir vorstellen, was diese Frau jede Nacht macht? Es kommt ein Mann nach dem anderen. Sie ist das ganze Jahr rollig. Ich aber nur zweimal im Jahr. Darum habe ich gedacht, sie hätte Verständnis für mich.“



Ochse:

„Der Mensch hat nur Verständnis für sich selbst, aber auf die anderen ist er neidisch. Das Leben mit den Menschen ist scheiße, man.“



Ferkel:

„Ich habe Hunger, ich möchte trinken und ich habe Angst!“



Katze zum Ochsen:

„Hast du mich richtig verstanden?“



Ochse:

„Natürlich“, antwortet der Ochse.



Katze:

„Ich habe gedacht du würdest mich nicht verstehen, weil du ein Ochse bist. Ha, ha, ha.“



Ochse:

„Du bist frech.“


Fortsetzung folgt!
 

 Dr. Ibrahim Bekheet - 17.03.2006

 

 

Wer ist das Schwein? - Teil 1

Am Freitagnachmittag werden ein Ochse, eine Kuh und ein Ferkel zum Schlachthof gebracht. Sie müssen bis Sonntag warten, weil am Sonntag eine große Lieferung mit Schweinen kommen wird. Der Tierarzt wird dann für die Lebendbeschauung und Notschlachtung da sein. Der Cheftierarzt macht am Sonntag gerne Dienst. Das ist für ihn eine gute Gelegenheit von Zuhause abzuhauen, um im Schlachthof zu saufen. Zu Hause kann er nicht saufen, weil er Angst vor seiner Frau hat. Im Schlachthof findet er Gesellschaft und er braucht für den Alkohol nichts zu bezahlen. Sonntag früh wird ein Pferd gebracht. Seine beiden Beine sind bei einem riskanten Sprung gebrochen. Es hat starke Schmerzen, denn es hat keine Schmerzmittel bekommen. Die Kuh, der Ochse und das Ferkel haben von Freitagnachmittag bis Sonntag weder Futter noch Wasser bekommen. Sie sind sehr durstig und haben Hunger. Es ist seltsam ruhig im Stall, und eine schwere, drückende Stille liegt über allem. Nur ab und an hört man ein Rascheln und irgendwo schlägt gerade eine Tür zu, als der Ochse sagt:



Ochse:

„Lasst uns miteinander sprechen, so dass wir unser Leid ein bisschen vergessen können“.


Kuh:

„Warum machen die Menschen das mit uns? Warum geben sie uns weder Futter noch Wasser? Warum halten sie sich nicht an die Vorschriften? Warum machen die Tierschützer keine Kontrolle?“
 

  Ochse:

„Heute ist Sonntag, gestern war Sonnabend und beide Tage sind Ruhetage. An Ruhetagen haben die Tierschützer keinen Dienst und sie machen andere schöne Sachen. Tierschützer sind doch nur für Hunde und Katzen und so, außerdem sind sie gegen die Macht des Geldes wehrlos“.



Katze lacht:

„Ha, ha, ha, die Tierschützer helfen uns? Ha, ha, ha. Die wollen uns kastrieren, unsere Natur verändern und die schönste Sache in unserem Leben vermeiden. Was für ein tolles Gefühl ist es, wenn ich rollig bin und Hunderte von Katern hinter mir her sind. Ich kann mir aussuchen, mit welchen Katern ich mich paaren möchte. Es ist ein sehr schönes Gefühl für die Katzen dominant zu sein. Die Kater spielen in unserem Leben nur eine Nebenrolle. Sie sind nur zur Paarung da. Aber wir sorgen für Nachwuchs und erziehen ihn.

Katze voller stolz:

„Wir sind Lebenskünstler. Wir sind die große Schule.“

Fortsetzung folgt.



Dr. Ibrahim Bekheet - 10.03.2006

 

Der weise Mann und die Schlange


Ein weiser Mann lebte allein in eines sehr einfachen, aber sauberen Wohnung. Sehr oft half er den Menschen die zu ihm kamen, und er tat es gern. Eines Tages besuchte ihn eine Schlange. der weise Mann fragte sie: "Was wollen sie hier?" Die Schlange antwortete: Ich habe in großes Problem." Darauf fragte sie der weise Mann: "Was für ein großes Problem haben sie denn?" Und die Schlange antwortete: "Ich habe dieses Leben satt, denn ich lebe ständig in Feindschaft mit den Menschen. Ich möchte mit dem Menschen in Frieden leben, und dafür brache ich Ihre Hilfe." "Das ist vernünftig", sagte der weise Mann und bat sie in sein Haus. "Sie müssen die Menschen studieren, dann lernen sie, mit den Menschen in Frieden zu leben." Jeden Tag erzählte der weise Mann ihr etwas über die Geschichte der Menschen, und die Schlange fand viel Vergnügen an seinen Erzählungen.

Einmal war die Nacht sehr kalt, und die Schlange fragte den weisen Mann: "Darf ich in Dein Bett kommen? Wir können kuscheln, du kannst meine schöne Samthaut genießen und ich werde es genießen in Deinen Armen zu liegen." "Aber, du wirst mich beißen." "Ich liebe dich doch, wie könnte ich dich da beißen?" "Na, dann komme ruhig in mein Bett." "Die Schlange legte sich in seine Arme, und ihr wurde warm. In dieser Wärme fühlte sie sich sehr start, da biss sie den weisen Mann. "Ah," schrie der Mann, "warum hast du mich belogen und mich gebissen?" "Ich habe dich nicht belogen. Ich liebe dich wirklich. Dass ich dich gebissen habe, liegt in meiner Natur."

Dr. Ibrahim Bekheet - 03.03.2006

 


Der Esel und der Lehrer


Es war einmal ein König. Dieser hatte einen Esel. Er liebte diesen Esel und suchte einen Lehrer, der seinem Esel das Sprechen, Lesen und Schreiben lehren würde. Diese Aufgabe war aber mit einer Bedingung verknüpft: Wer es nicht schafft, dem Esel etwas beizubringen, wird zum Tode verurteilt. Alle Lehrer im Land hörten davon, und alle sagten, es wäre unmöglich, diese Aufgabe zu lösen. Nur ein einziger arbeitsloser Lehrer sagte, es wäre doch möglich, den Esel zu unterrichten. "Herr König, ich werde diese Aufgabe annehmen." Der König sagte: "Hast du dir das auch gut überlegt? Kennst du die Bedingung? Wenn du versagst, muss ich dich töten." Der Lehrer antwortete: "Ja, ich weiß. Ich werde dem Esel alles beibringen." "An welcher Schule arbeitest du", fragte der König ihn. "Sieh, Herr König, gute Lehrer sind arbeitslose Lehrer, und ich bin ein guter Lehrer." Der König lacht und fragt: "Hast du einen Wunsch?" "Ja, mein König. Dieser Esel braucht sehr viel Zeit zum Lernen, mindestens 10 Jahre. Ich brauche ein Haus, eine Frau und Geld."

Der König erfüllte alle diese Wünsche. Der Lehrer lebte mit einer Frau in einem Haus und hatte sein Auskommen, und der Esel lebte natürlich auch auf ihrem Grundstück. Der Lehrer genoss das Leben, und die Jahre vergingen. Der Esel war so dumm wie vorher und der Lehrer gab ihm keinen Unterricht.
   Die Frau machte sich große Sorgen, und eines Tages sagte sie zu ihrem Mann: "Ich mache mir Sorgen, die Zeit verläuft und du unterrichtest den Esel nicht. Der König wird dich am Ende töten." "Glaubst du wirklich, ich kann dem Esel das Sprechen, Lesen und Schreiben beibringen?" Die Frau fragt ihn verzweifelt: "Ja, warum hast du denn gesagt, du könntest es?" "Pass auf, ich habe 10 Jahre Zeit und in dieser Zeit kann vieles passieren. Es gibt vier Möglichkeiten: "Entweder der Esel stirbt oder aber der König stirbt, oder ich sterbe. Schließlich besteht eine 25-prozentige Chance, dass wir alle am Leben bleiben, und dann wird der König mich töten. Das ist mir jetzt aber egal, denn die Hauptsache ist, ich habe 10 Jahre gut gelebt." Der Lehrer nahm seine Frau in den Arm und sagte ihr, sie solle sich nicht sorgen. "Lass uns das Leben und die Liebe genießen. Es ist völlig egal, was morgen kommt." Der Lehrer hatte keine Angst vor dem Tod, aber er sorgte sich um das Heute. "Hör mir zu Frau, wer in seinem Körper kommt, muss ihn auch irgendwann wieder verlassen. Wir wohnen nur in ihm und werden irgendwann umziehen. Dann verlassen wir den Körper und gehen zurück nach Hause. Das ist nicht hier auf der Erde, wir kennen dieses Zuhause nicht und wissen nicht, wo es ist, aber wenn es soweit ist, werden wir es finden. Es gibt also keinen Grund, sich vor dem Tod zu fürchten. Wir gehen alle irgendwann, aber bevor wir gehen, haben wir ein Recht darauf, das Leben zu genießen und zu leben, wie es uns gefällt."

Dr. Ibrahim Bekheet - 24.02.2006

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